Was macht uns depressiv?

Keine Kraft, keine Freude, keine Hoffnung. Jeder Fünfte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression. Doch obwohl die Krankheit so weit verbreitet ist, sind noch viele Aspekte unerforscht. Warum erkranken so viele Menschen daran?

Inzwischen blickt die Wissenschaft anders auf die Krankheit – und entdeckt neue Wege, um sie zu heilen. Dass Depressionen lediglich ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn sind, wurde mittlerweile in einer grossen Studie widerlegt.

Camilla Nord, Neurowissenschaftlerin an der Universität Cambridge, und andere Forschende versuchen weiterhin zu verstehen, was in den Gehirnen und Körpern depressiver Menschen vor sich geht. Dabei untersuchen sie, welche Rolle Entzündungen, Gene oder Bakterien im Darm spielen.

Eine vielversprechende Fährte führt zur Neuroplastizität. Das ist die Fähigkeit des Gehirns, sich ständig zu verändern. Bei Depressiven könnte diese eingeschränkt sein. Mithilfe von Psychotherapie, aber auch Antidepressiva oder neuen Wirkstoffen wie Ketamin oder Psilocybin, kann sie angekurbelt werden. Das zeigt die Forschung eindrücklich.

Verstehen wird die Forschung die Krankheit wohl nie ganz. Ich bin nämlich überzeugt, dass es seelische Faktoren gibt, die wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden können.

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