Ein Biss. Ein Übergang. Ein Erwachen.
Dieses Bild trägt die Nummer 144 – die Notfallnummer in der Schweiz. Für mich ist es ein Symbol für den Notruf, den wir manchmal in uns selbst absetzen müssen.
Im Zentrum: ein aufgebissener Apfel – ein uraltes Symbol. Mit dem Biss kam nicht nur Wissen, sondern auch Angst. Seitdem halten uns Zweifel, Kontrolle und Scham oft vom Vertrauen ins Leben ab. Der Apfel in meinem Bild ist geöffnet wie eine Höhle – innen ein Schachbrettmuster, geordnet, rational. Doch rundherum: das Lebendige. Tiere mit wachen Augen, mit Neugier und Kraft. Ein Bär, eine Ziege, eine Schlange, ein Rabe, ein Hund, ein Hase – sie stehen für unsere instinktiven Seiten, die uns führen können, wenn wir wieder auf sie hören.
Dieses Bild trägt den doppeldeutigen Titel Nachwuchs. Zum einen erinnert er an Neubeginn, an das Leben, das weitergeht. Zum anderen meint er auch das Nach-Nähren – den Prozess, sich selbst das zu geben, was vielleicht einmal gefehlt hat: Sicherheit, Wärme, Verbundenheit.
Was wir draussen suchen, beginnt oft innen.
Und manchmal ist es genau dieser innere Notruf, der uns zurückführt – nicht nur zu uns selbst, sondern auch zu dem, was uns wirklich nährt.
