Sind Autoimmunerkrankungen Ausdruck unterdrückter Wut? Faszinierend, was Prof. Dr. Dr. Christian Schubert dazu sagt.
Menschen zeigen keine Wut – nicht, weil sie das nicht können, sondern weil sie es in ihrer Kindheit nicht durften. Vielleicht, weil ein Elternteil Wut selbst unterdrückt hat und nur in Harmonie reguliert war. Die Wut wird also nach innen gerichtet (autoaggressiv).
Symptome sind demnach eigentlich ein Geschenk. Krankheiten sind oft Ausdruck eines sozialen Modells und nicht nur Folge von Genetik. Frühkindliche Traumatisierungen seien ein wesentlicher Treiber für chronische Erkrankungen, sagt Schubert. Das sei Fakt!
Kinder, die keine sicheren Bindungserfahrungen erleben, sind dauerhaft gestresst. Das Immunsystem kann sich dadurch nicht gut entwickeln. Die Folge können entzündliche Erkrankungen sein. Traumaheilung sei ein langer Prozess, beschreibt Schubert.
In späteren Kontakten erleben diese Menschen immer wieder die Distanz von früher.
Vor einem Monat habe ich selbst die Diagnose Hashimoto (Autoimmunerkrankung der Schilddrüse) erhalten. Mir war sofort klar: Das ist eine weitere Traumafolge.
Heute würde ich mich nicht so intensiv mit Trauma auseinandersetzen, wenn ich nicht selbst von Trauma betroffen wäre. Meine eigene Geschichte hat mich dazu gebracht, verstehen zu wollen, was Trauma mit uns macht – psychisch, aber auch körperlich.
Ein absolut spannendes Interview.
